Tradition und Charakter

Maipo Valley ist eine der bedeutendsten Weinregionen Chiles. Es umschließt die Hauptstadt des Landes, Santiago, und gilt also die Heimat chilenischer Weine, die hier bereits seit Mitte des 16. Jahrhunderts produziert werden. Maipo ist die bekannteste aller chilenischen Weinregionen, da einige der erlesensten Weine Chiles hier ihren Ursprung haben. Einige der etabliertesten und angesehensten chilenischen Weingüter sind in Maipo Valley angesiedelt, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass die ursprünglichen Güter sich aus logistischen Gründen nahe Santiago niederließen.

Maipo Valleys Weine gedeihen verstreut über das gesamte, komplexe und ausladende Terroir der Region, und obschon die großen Namen der Branche vorwiegend im Osten angesiedelt sind, befinden sich auch im küstennahen Südwesten exklusive Pflanzungen. Drei der ältesten Weingüter Chiles haben ihren Hauptsitz im Maipo Valley: Cousino Macul (1856), Concha y Toro (1884) und Santa Rita (1880). Weine aus Maipo Valley wie Vinedo Chadwick, Domus Aurea, Almaviva und Don Melchor lockten auch ausländische Produzenten in die Region – etwa Lurton und Mouton-Rothschild – deren Kollaborationen mit lokalen Weinwirten zum hervorragenden Ruf der Region beitrugen.

Die Maipo Valley Weinbauregion ist tendenziell trocken und warm und somit besonders geeignet, rote Rebsorten anzubauen. Das Anbaugebiet ist vor allem für seinen erstklassigen Cabernet Sauvignon bekannt, obwohl hier auch Merlot und Chardonnay oft anzutreffen sind, ebenso wie Carmere, Chiles Kult-Traube, deren Kultivierung von Jahr zu Jahr zunimmt.

Da es im Maipo Valley nur wenig regnet und das Klima ebenso warm wie trocken ist, brachte erst die Einführung neuer Technologien in den 1980er Jahren eine gewisse Konstanz in die Herstellung der Weine Maipo Valleys. Tröpfchenbewässerungsanlagen geben den Weinbauern heute eine Waffe gegen die lang anhaltenden Trockenperioden, Edelstahlbottiche und Eichenfässer gewährleisten einen kontrollierten Fermentations- und Ausbauprozess.

Kleine Geschichte des Rebbaus in Chile

Weinanbau gibt es in Chile seit der Zeit der spanischen Eroberer, die im 16. Jahrhundert erstmals Reben mit ins Land brachten. Angeblich soll Chile schon im 18. Jahrhundert Weine exportiert haben, doch Anfang der 1980er Jahre konnte sich dank neuer Innovationen eine stattliche, wachsende Weinkultur ausprägen. Die chilenischen Weinexporte gewannen zusammen mit der Herstellung von Qualitätsweinen schnell an Umfang, und die Anzahl chilenischer Weingüter wuchs von nur zwölf (1995) auf über siebzig (2005). In der Weltrangliste ist Chile ist heute auf Platz fünf und neun der größten Weinexporteure und -produzenten. Als einziges Land wurde Chile bis heute von der gefürchteten Reblaus verschont.
Viele Weingüter Chiles kombinieren heute touristische Angebote mit dem Weinbau und bieten oft zweisprachige Führungen an. Zu einem typischen chilenischen Weinurlaub gehört die Besichtigung verschiedener Erzeuger und natürlich ausgedehnte Verkostungen der reichen, aromatischen chilenischen Weinspezialitäten.