Weinraritäten: Sammler vs. Genießer
Weinraritäten sind relativ selten, aber international: So gibt es beispielsweise in Spaniens Weingütern alte spanische Weine, die man längere Zeit dekantieren sollte, bevor man sie genießt. Portweine gehören bisweilen ebenfalls zu den Weinraritäten. Beim Kauf von Weinraritäten schlagen oft zwei Herzen in der Brust des Käufers: Der Sammler und der Genießer.
Der Genießer kauft eine Weinrarität, weil Weinraritäten nicht nur selten, sondern oftmals auch besonders gut sind. Sie konnten oft lange reifen und entfalten durch diese Reife besondere Aromen. Genießer kaufen eine Weinrarität und warten anschließend auf einen halbwegs geeigneten Augenblick, der würdig genug erscheint, um die Weinrarität zu öffnen und zu genießen.
Ein Sammler kauft eine Weinrarität dagegen in erster Linie, um sie zu besitzen, und weniger, um sie zu trinken. Wenn er den Wein erhält, betrachtet er ihn wie einen Schatz und kein Tresor scheint gut genug zu sein, um ihn aufzubewahren, kein Moment gut genug, um den Wein zu öffnen. Manchmal holt er seinen Schatz heraus, betrachtet ihn und stellt ihn anschließend wieder weg.
Im Käufer konkurriert also der Sammler mit dem Genießer. Ginge es nach dem Sammler, ließe der Käufer den Wein vielleicht Zeit des Lebens ungeöffnet und würde ihn dann als Exponat weitervererben. Der Genießer würde den Wein dagegen öffnen und trinken. Nicht sofort. Aber irgendwann. Und so herrscht stetig ein Konflikt, bis sich irgendwann der Sammler durchsetzt. Oder der Genießer. Wie würden Sie entscheiden: Trinken? Oder noch warten? Vielleicht erst einmal: Kaufen.
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