Portwein, kurz Port genannt, geniesst man gut gekühlt als Aperitif vor dem Essen, als Dessert-Wein zu Käse, Nüssen und süßen Nachspeisen oder als Digestif nach dem Essen.
Portwein unterliegt einer gesetzlich geschützten Herkunftsbezeichnung, so stammt echter Portwein immer aus Portugal, aus dem genau definierten Herkunftsgebiet im nordportugiesischen Douro-Tal. Je nach Qualität und Jahrgang wird er nach verschiedenen Verfahren ausgebaut, woraus sich unterschiedliche Reifegrade und Qualitätsstufen ergeben.
Es gibt flaschengereifte Portweine und fassgereifte Portweine. Im Grunde jedoch reift jeder Portwein zum Beginn seines Reifeprozesses im Fass. Unterschiede sind daher nur in den älteren Jahrgängen auszumachen, da sich das Aroma der fassgereiften Ports mehr in Richtung Trockenfrüchte entwickelt, vor allem getrocknete Feigen.
Flaschengereifte Portweine gibt es mit verschiedenen Bezeichnungen:
Vintage Port: Der Vintage Port wird als höchstwertiger Portwein angesehen. In einem herausragenden Jahrgang kann er einer der geschmacklich vielfältigsten und langlebigsten Weine der Welt sein. Nach 2 Jahre Fassreifung wird er in Flaschen abgefüllt und kann so jahrzehntelang gelagert werden. Durch einen langen Ausbau und anschließende Flaschenlagerung entwickelt er eine besondere Aromatik und Komplexität. Durch die Lagerung bildet sich das Depot, der Bodensatz, deshalb muss der Vintage Port nach dem öffnen behutsam dekantiert werden. Es empfiehlt sich, den Vintage Port nach 2 Tagen auszutrinken, da es sehr häufig passiert, dass er nach dem 3.Tag nicht mehr zu geniessen ist.
Single Quinta Vintage Port: Beim Single Quinta Vintage Port sind die Trauben nur von einem Weingut und nicht wie üblich aus ganz verschiedenen Lagen und Weingütern. Da die Regel weniger streng sind als beim Vintage Port, ist diese Single Quinta Vintage Port nicht unbedingt besser. Großbetriebe wie Taylor’s oder Quinta do Noval bieten beiden Varianten an, einen Vintage sowie einen Single Quinta Vintage.
Late Bottled Vintage (LBV) Ein Late Bottled Vintage stammen aus einem besonders guten Jahrgang. Er reift mindestens 2 Jahre im Fass, weil es auch LBV gibt die länger, teilweise vier bis sechs Jahre, im Fass lagern. Der LBV wird nach Bedarf abgefüllt, deshalb muss auf dem Etikett der Jahrgang und das Abfülljahr stehen. Ein Vorteil ist , dass der LBV meistens kein Depot hat und dass er nach Öffnung mindestens 2 Wochen haltbar ist. Diese Weine entwickeln sich, wie der Vintage, in der Flasche weiter.
Vintage Charakter Diese Verschnitte aus 4-6jährigen Weine sind meist von hochwertiger Qualität, die einem Vintage ähneln können.Da hier höherwertigere Grundweine verwendet werden sind sie meist farbintensiver und kräftiger im Geschmack als ein Ruby, mit viel Fülle und Komplexität.
Garrafeira Dies ist eine Seltenheit, und ähnelt einem später abgefüllten Vintage. Zunächst lagert dieser Wein 3-7 Jahre im Fass, dann wird er in ca. 10L fassenden Glasbehälter gelagert, mit dem Ziel, das sich das Depot absetzt. Nachdem dieser in Flaschen abgefüllt wird, hat er nur, wenn überhaupt, sehr wenig Depot.
Ruby Diese einfachste Qualität des roten Port erhalten ihren Namen von ihrer rubinroten Farbe. Zusammengestellt aus verschiedenen Weinen und Jahrgängen, sind sie meist süß und sehr fruchtig. Unkompliziert zu trinken. Diese Weine können bis zu vier Jahre im Fass reifen. Die Trinktemperatur, wie bei allen anderen roten Portweinen, liegt bei 16-18°C
Fassgereifte Portweine gibt es mit verschiedenen Bezeichnungen:
White Port Dieser weiße Portwein ist in vielen verschiedenen Geschmackrichtungen wie Dry, Extra Dry und die süßen erhältlich. Sie sollten bei einer Trinktemperatur von 10°C getrunken werden. Normalerweise werden diese Ports in Edelstahltanks gelagert, wobei die besseren Qualitäten auch in bis zu acht Jahren und mehr in Holzfässer gelagert sind. Der Weiße Port ist ein sehr guter Aperitif.
Tawny Ein Klassiker der fassgereiften Ports, welche mindestens fünf Jahre im Fass reigfen. Es gibt auch Tawny die 10, 20, 30 und über 40 Jahre im Fass lagern und zur gehobenen Qualität zählen. Da diese Weine mit jedem Jahr im Holzfass ihre rote Farbe verlieren und mehr und mehr eine Tabakfarbe annehmen, bzw. bräunlich werden, wurden sie mit Tawny getauft.Ganz alte Tawnys erhalten sogar orange- bis strohfarbene Reflexe und gehen in ein leichtes Olivgrün über. Tawny kommt aus dem englischen und bedeutet gelb- oder bernsteinbraun. Die Weine müssen nicht dekantiert werden und schmecken eher leicht und feinfruchtig. Teilweise muss für ganz alte Tawnys (Alter > 30 Jahre), absolute Raritäten, mehr gezahlt werden als für junge Vintages.
Reserva, Finest Reserve Reserva darf sich nur nennen, wenn die Reifezeit im Fass länger als ein normaler Tawny und die Qualität der Reserva über die des jeweiligen Tawnys eines Betriebs liegen. Selten beträgt die Reifezeit im Fass mehr als 10 Jahre.
Colheita „Colheita“ darf sich nennen, wenn der Portwein mindestens sieben Jahre im Fass gelagert ist. Häufig lagern diese Weine 15 Jahre im Fass. Die hierfür verwendeten Trauben stammen von nur einem, von den Kontrollbehörden als gut anerkanntem, Jahrgang. Auch auf diesem Etikett sind zwei Jahreszahlen zu sehen, das Jahr der Ernte und das Jahr der Abfüllung. Ein Colheita passt perfekt zu einem Dessert. Einige Kellereien haben Colheitas, die mehrere Jahrzehnte im Fass reifen. Dies sind Raritäten und hochkarätige Spezialitäten.
Crusted Dieser Portwein wird aus mehreren Weinen mit verschiedenen Jahrgängen gemischt. Die Qualität dieser verwendeten Weine ist meist gut, bis sehr gut. Er muss mindestens 4 Jahre reifen, kann aber schon nach 3 Jahren ungefiltert abgefüllt werden. Der Name, vom englischem „crust“ (Kruste) kommend, hat diesen Namen erhalten, weil mit crust auch Depot bedeutet. Dieser bildet sich während der Reifephase in der Flasche.
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